Mit Programm und Prosecco ins neue Jahr

Neujahrsempfang der SPD-Frauen im Bürgerhaus

SCHWABACH – Appetitlich war alles angerichtet, inhaltlich gab es aber nicht nur leichte Häppchen beim Neujahrsempfang der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) für Schwabacher Bürgerinnen. Die AsF bewies auch bei ihrem 17. Empfang im Bürgerhaus mit Programm und Prosecco ein glückliches Händchen.

Während im Foyer des Bürgerhauses schon die süßen und pikanten Leckereien auf die Gäste warteten, wurden oben im Saal noch Informationen und Blumen verteilt. Die Anerkennung für zwei beherzte Frauen aus dem Laden am Eck, die „hinsehen statt wegsehen“, wie AsF-Vorsitzende Carolin Linner betonte, denen dadurch die Rettung eines Mannes zu verdanken war, war der erste Programmpunkt  des Empfangs. Die nach wie vor herrschende  Un-Gleichstellung der Frauen bildete den zweiten. Vom „Lagreiner Dunkelmarsch“ bis zur „bright side of life“  zeigte das Blechbläser Ensemble von Karl-Heinz Höger dann auch noch die musikalische Vielfalt, die das glänzende Blech zu bieten hatten.

Dass die „bright side of life“ für Frauen noch längst nicht überall erreicht ist, das beschrieben auch die Rednerinnen: Die SPD-Landtagsabgeordnete Helga Schmitt-Bussinger begrüßte die Frauen im Bürgerhaus mit ein paar Fakten aus der Un-Gleichstellung – so ist die Hälfte der Beschäftigten im öffentlichen Dienst schon Frauen, aber in Führungspositionen immer noch weniger als ein Viertel. Statt der Realität – „Armut ist schon immer weiblich“ – fordern die Sozialdemokratinnen eine familienfreundliche Arbeitswelt mit dem Ausbau der Kinderbetreuung. Richtige Schritte seien getan, „aber nicht genügend“.

Idealer Anknüpfungspunkt für Dr. Gabriele Herzig-Walch von der Fachstelle für Frauenarbeit der evangelisch-lutherischen Kirche im Frauenwerk Stein. Denn auch ihr Credo lautet: „Frauenarbeit ist nicht unnötig oder überflüssig.“ Und sie erläuterte den Besucherinnen, wie Einmischung bei der Frauenarbeit geht: „Wir sind politisch, wir sind parteiisch, wir sind Bildungsvermittler und wir vernetzen.“

Die kirchlichen Frauenarbeiterinnen in Stein haben zum Beispiel ein Business-Frühstück für Frauen auf den Tagesplan gesetzt: Alle zwei Monate morgens um sieben geht es ans Netzwerken miteinander, und der Erfolg ist laut Dr. Herzig-Walch enorm. Ein anderes Projekt: Eine Postkartenaktion soll helfen, der Zwangsprostitution in die Quere zu kommen – und es gibt tatsächlich anonyme Anzeigen, berichtete die Referentin. „Frauen gestalten Alter“ heißt schließlich eine Seminarreihe, die über Ansichten vom Alter über Fertigkeiten fürs Ehrenamt bis zum Gestalten des Wohnens etliche Bereiche auslotet und einlädt zu Austausch und Diskussion.

All die Angebote für, mit und von Frauen seien auch heute noch eminent wichtig, weil Frauen immer noch weniger verdienen, im Alter also schlechter abgesichert sind, unterrepräsentiert in Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Kirche. „Ihre Biografien sind nicht linear wie bei Männern“, erläuterte Herzig-Walch die Brüche durch Kindererziehung oder Pflege der Eltern. Opfer von Gewalt sind ebenfalls meistens Frauen, sprachlich werden sie immer noch gern übergangen. Mit Überzeugung und Leidenschaft arbeitet und redet sie immer wieder dagegen an. Ihr Fazit klang deshalb ebenso überzeugend: „Frauenarbeit ist unverzichtbar.“

car

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