Teilerfolg für die Schwabacher Jusos. Verkehrsverbund und Bayerische Eisenbahngesellschaft halten die Einrichtung einer Nacht-S-Bahn auf der Strecke Nürnberg-Roth für sinnvoll. Dennoch wird sie wohl nicht so schnell kommen. „Kein Geld“, hieß es aus München. SPD-Nachwuchs und Bundestagsabgeordneter Martin Burkert (SPD) hatten den Juso-Vorschlag aus dem Jahr 2007 kürzlich wieder aufgegriffen.
Insbesondere der Verkehrsverbund im Großraum Nürnberg (VGN) hält das von den Jusos angeregte Nahverkehrs-Angebot für richtig. Man setze sich seit Jahren für die Einrichtung einer Nacht-S-Bahn im gesamten Netz ein, teilte der VGN schriftlich mit. Auch der Finanzier kann den Wunsch nachvollziehen. „Es scheitert aber am Geld“, sagt die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG). Damit wollen sich aber weder der SPD-Nachwuchs noch Martin Burkert abfinden. Peter Reiß, Vorsitzender der Jusos Schwabach, und sein Stellvertreter Rolf Kaltenegger sind sich einig: „Wir haben uns des Themas angenommen und nicht nur Phrasen gedroschen. Jetzt liegt es an der Eisenbahngesellschaft, die Weichen für die Nacht-S-Bahn zu stellen.” Allein Zustimmung und gute Worte seien auf Dauer nicht ausreichend, finden sie. „Denn bisher wurden wir nur von einer zur nächsten Stelle im Organisationsapparat hochgereicht, jedes Mal mit ähnlicher Aussage, die Finanzierung sei das Problem.“ Demgegenüber fordern Reiß und Kaltenegger, „dass hier von Seiten der Zuständigen endlich einmal Farbe bekannt wird und eine klare Ansage erfolgt“. Der Zuspruch allein sei „viel zu nichtssagend“, so die beiden Juso-Chefs. Letztlich müsse der Freistaat Bayern eben mehr Geld für den Öffentlichen Nahverkehr zur Verfügung stellen. Der Nachtbus aus Nürnberg sei schon deshalb keine Lösung für das Problem, „weil er ständig überfüllt ist“, hat Rolf Kaltenegger festgestellt. SPD-Bundestagsabgeordneter Martin Burkert will die Jusos bei ihrem Einsatz für bessere S-Bahn-Versorgung weiter unterstützen. Einen ersten Vorschlag dafür hat er der Eisenbahngesellschaft bereits unterbreitet. „Man könnte die bisher letzte Verbindung um ein Uhr auf drei oder vier Uhr verschieben“, findet er. Eine einfache Lösung sieht die BEG darin jedoch nicht. „Wenn etwas wegfällt, gibt es immer massenhaft Proteste“, weiß man in München. Im Gespräch mit dem VGN zum Thema Nacht-S-Bahn wolle man aber bleiben, versprach die BEG. „Unser Ziel ist schließlich ein gutes Angebot“, erklärte Geschäftsführer Fritz Czeschka, machte aber auch auf die zusätzlichen Kosten aufmerksam. „Sie werden oft unterschätzt“, meinte er. Insbesondere auch deshalb, fügte er hinzu, weil es mit einer zusätzlichen S-Bahn nicht getan sei. Auch Zubringer- und Anschluss-Verkehre müssten dann ausgeweitet werden. stt
Artikel: Robert Schmitt/Schwabacher Tagblatt