Im Rahmen ihrer Gesprächsreihe „Kultur aktuell“ besuchten die SPD-Stadträte und -Mitglieder Ayse Biyik , Evelyn Grau-Karg , Marion Handschu, Hartwig Reimann und Saskia Stadelmeyer den Musikverein „Schwabacher Blasmusik“.
Vereinsvorstand Jürgen Rabus und Kassier Richard Kirschner empfingen die interessierte Gruppe zum Gedankenaustausch im Vereinszimmer im „Alten DG“. „Seit Mitte der 90er Jahre stellt uns die Stadt hier in der Wittelsbacher Straße mehrere Räumlichkeiten zu Verfügung,“ berichtete Jürgen Rabus. „Wir sind über die Jahre stetig gewachsen, mehr als 110 Mitglieder ganz verschiedener Altersgruppen gehören aktuell der „Schwabacher Blasmusik“ an“ , ergänzte Richard Kirschner.
Herzstück der Vereinsarbeit ist das gemeinsame Musizieren. „Das ist das tolle am Musizieren, anders als etwa im Sport können hier Jung und Alt völlig gleichwertig miteinander spielen“, schwärmt Jürgen Rabus. Es gibt zwei aktive Orchester im Musikverein Schwabacher Blasmusik. Die jüngsten spielen je nach Können im Vororchester. Die Erfahrenen musizieren im „Großen Orchester“. Zudem bietet der Verein die Ausbildung für eine Vielzahl an Instrumenten im Einzel- oder Zweierunterricht an. „In Kooperation mit ausgebildeten Musiklehrern kann man bei uns im Verein zum Beispiel Querflöte, Posaune, Trompete u .v. mehr lernen.
Seit April diesen Jahres hat das Orchester einen neuen Dirigenten. Norbert Grob, Anfang 30, ist beruflich bedingt aus dem Allgäu nach Schwabach zugezogen. Unter seiner musikalischen Leitung möchte das Orchester, das in den Jahren zuvor eher konzertante Arrangements spielte, künftig wieder mehr zur bunten Mischung und musikalischen Vielfalt zurückkehren, wie sie in der Gründungszeit der Schwabacher Blasmusik gepflegt wurde.
Ob man denn, wie derzeit etliche Vereine, auch Nachwuchssorgen habe, fragte Stadträtin Saskia Stadelmeyer nach. „Ja, der demografische Wandel, das Nebeneinander mehrerer Musikvereine in der Region und das Wirken der Musikschule in den Grundschulen führen dazu, dass man mehrmals im Jahr sehr aktive Mitgliederwerbung betreiben müsse, wolle man junge Talente dazugewinnen“, erklärte Vorstand Jürgen Rabus.
Die vielen Fotos im Vereinszimmer – mit Stühlen, Tischen und einer Bar gemütlich eingerichtet – zeigen, dass neben der Musik auch das gesellige Vereinsleben nicht zu kurz kommt. „Nach der Orchesterprobe sitzen wir hier oft noch lange zusammen. Oder unsere Jungen liefern sich Kickerturniere“, sagt Richard Kirschner und deutet beim Rundgang durch die Vereinsräume stolz auf die zwei großen Kicker, welche im Depot für die großen Leihinstrumente auch noch ausreichend Platz gefunden haben.
Stadträtin Evelyn Grau-Karg sprach den möglichen Verkauf des Gebäudes und damit notwendiger Auszug des Vereins an. „Das hat unsere „ Schwabacher Blasmusik“ wirklich sehr unterstützt, dass wir über viele Jahre hier im „Alten DG“ günstig über eigene Räume verfügen können. Hier ist Platz für unsere großen Pauken, hier haben wir ein kleines Büro, das wir abschließen können. So sind unsere Uniformen, die Mitgliederdaten und die Noten, die oft über 100 Euro der Satz kosten, sicher verwahrt“, erklärte Richard Kirschner. Vergleichbare Räume könne der Verein zu einem normalen Mietzins nicht anmieten, da hier die Mitgliedsbeiträge nicht ausreichen.
Wie in jedem Verein nimmt auch bei der Blasmusik das Vereinsleben einen wichtigen Platz ein. „Das soziale Miteinander ist uns schon sehr wichtig und bildet letztendlich die Grundlage für unsere gute Orchesterarbeit, in der die unterschiedlichsten Menschen miteinander musizieren. „Es wäre schon unser Herzenswunsch, wenn wir noch lange bleiben könnten“, so das Anliegen des Vereinsvorstandes.
“Sie leisten wichtige Bildungsarbeit mit Ihrem Musikverein, insbesondere bei jungen Menschen,“ würdigte Stadträtin Ayse Biyik die Vereinsarbeit. „Die „Schwabacher Blasmusik“ unterstützt viele Festivitäten hier in Schwabach und Umgebung, sie ist auch musikalisches Aushängeschild und repräsentiert unsere Stadt“, bekräftigte Altoberbürgermeister Hartwig Reimann.
Evelyn Grau-Karg