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Hell und warm mit Biogas - SPD-Fraktion besucht Stadtwerke Schwäbisch Hall

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Für eine Stadt sind ihre Stadtwerke meist kein Anlass zur reinen Freude. So teuer die Energiepreise auch sind, für den Kunden, also den Bürger dürfen sie nicht explodieren. Bleibt oft nur das Defizit, und erst in der Quersumme mit anderen städtischen Einrichtungen rechnen sich Hallenbad und Energieversorgung. Da haben es die erneuerbaren Energien nicht leicht, die scheinbar teurer sind als ihre herkömmlichen fossilen oder atomaren Konkurrenten. Ein Besuch der Schwabacher SPD-Stadtratsfraktion bei den Stadtwerken Schwäbisch Hall bewies jedoch das Gegenteil.

Die Stadtwerke trotz Kraft-Wärme-Kopplung als blühendes, gewinnbringendes Unternehmen? Kaum vorstellbar und trotzdem Fakt. In Schwäbisch Hall sah sich die Schwabacher SPD-Stadtratsfraktion die Betriebe an, die auf regenerative Energien setzen und dabei schwarze Zahlen schreiben. Stadtwerkeleiter Johannes van Bergen führte die Kommunalpolitiker aus Franken durch ein völlig umgebautes und modernisiertes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) mitten in der Stadt, das aus Erdgas, aber auch aus Rapsöl Strom und Wärme erzeugt und über eine Fernwärmeleitung die 37 000 Einwohner-Stadt nicht nur mit Strom, sondern auch mit Fernwärme versorgt – deutlich günstiger als wenn die Bürger ihren Strom bei den großen Energiekonzernen kaufen.

Die Stadtwerke setzen gezielt auf Kraft-Wärme-Kopplung und auf Ökostrom, denn die Ressourcen, so van Bergen, sind nicht nur endlich, sondern bald versiegt: „Das Uran reicht noch 40 Jahre – die Kernenergie muss schnellstens vom Netz.“ Die Sonne dagegen, die schon seit vier Milliarden Jahren scheint, werde es wohl noch weitere vier Milliarden Jahre machen. Für ihn steht fest: Der wachsende Energiebedarf ist nur mit erneuerbaren Energien zu bewältigen.

Bei der Kopplung von Strom und Wärme wird ein Nutzungsgrad von bis zu 85 Prozent erzielt, bei der herkömmlichen Stromerzeugung sind es laut van Bergen lediglich 35 Prozent.

Zudem halten die Schwäbisch Haller Stadtwerke ein buntes Feld an Beteiligungen an anderen Energielieferanten, „so dass unsere Flexibilität bei der Beschaffung von Primärenergie gesichert ist.“ Auf zahlreichen gepachteten Landstücken werde Raps angebaut. Das Biogas daraus wird in einer Art großem Schiffsmotor im GuD-Kraftwerk in Schwäbisch Hall zu Strom und Wärme umgewandelt. Van Bergen: „Um 22 Prozent hat die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien von 2007 auf 2008 zugenommen. Aber wir wollen und können noch mehr.“

Das Unternehmen, das zu 100 Prozent der Stadt gehört und rund 350 Beschäftigte hat, unterstützt außerdem andere Stadtwerke mit Fachwissen und Organisation: Bauherr eines Kraftwerkes für Daimler in Sindelfingen, Betreiber der Stadtwerke in Ottobrunn, in Schwäbisch Hall selbst Erfinder einer intelligenten Citycard für alle Parkhäuser der Stadt und natürlich Betreiber des großen Freizeitbades mit jährlich fast 500 000 Besuchern – Johannes van Bergen wies die Schwabacher SPDler auch auf die Position der Stadtwerke als Unternehmer in eigener Sache, als Contracting-Partner in Sachen Energie und als Controlling-Organ hin.

Die SPD-Aufsichtsräte Dr. Gerhard Brunner, Thomas Mantarlis und Martin Sauer wollen die Ideen gemeinsam mit den heimischen Stadtwerken umsetzen. „Auch in Schwabach steht der Weg offen, mehr Strom zu erzeugen als wir verbrauchen und den Bürgern moderne Stadtwerke zu sichern, die auch langfristig so viel verdienen, dass andere Aufgaben für die Bürger mit geschultert werden können“, so einhellig die SPD-Aufsichtsräte.

Fraktionsvorsitzender Werner Sittauer betont aber auch, dass beim Stadtrat eine hohe Verantwortung liege: „ Ohne politische Rückendeckung kann man günstige Nahwärmenetze nicht aufbauen. Der politische Wille für Klimaschutz und Energieeinsparung muss schon vorhanden sein.“

Text/Foto: car

 

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